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Zum Programm der Sendung am 24. Juli,
13.05 - 14.00 Uhr:

Am 9. Sonntag nach Trinitatis geht es um die Gaben, mit denen Gott uns gesegnet hat und wie wir sie einsetzen. Es soll daran erinnert werden, was wir ganz persönlich dem Herrn verdanken.
Ein Komponist der Wiener Klassik war ganz besonders mit göttlichen Talenten gesegnet. Dabei handelt es sich natürlich um Wolfgang Amadeus Mozart, der mit vier Jahren den ersten Unterricht im Klavierspiel erhielt und eine außerordentliche musikalische Begabung zeigte. Schon als Sechsjähriger ging er zusammen mit seiner ebenfalls musikalisch hochbegabten Schwester Maria Anna (Walburga Ignatia, liebevoll genannt: Nannerl) auf Konzertreisen. Insgesamt waren die Geschwister dreieinhalb Jahre unterwegs und die Tournee ging durch ganz Westeuropa. Stationen waren u.a. Frankfurt/Main, Köln, Aachen, Paris, Versailles, Den Haag, Utrecht, Lausanne, Bern und Zürich. Überall wurden Wolfgang und Nannerl als Wunderkinder vorgestellt und damit kamen dann auch die Einladungen an die großen europäischen Adelshöfe.
Schon während dieser langen Konzertreise begann der kleine Mozart zu komponieren und nach der Rückkehr in die Heimatstadt Salzburg gab es die ersten Uraufführungen, z.B. die Schuloper „Die Schuldigkeit des ersten Gebots“.
Lange hielt es den Wunderknaben allerdings nicht zu Hause und so ging es 1769 auf eine weitere Konzertreise, diesmal nach Italien. Mozart war wieder dreieinhalb Jahre unterwegs. Er gab überaus erfolgreiche Konzerte und nutzte die Reise aber auch, um sich musikalisch weiterzubilden. In Bologna studierte Mozart bei dem Musiktheoretiker und Komponisten Giovanni Battista Martini Kontrapunkt. Außerdem ernannte Papst Clemens XIV. ihn zum Ritter vom Goldenen Sporn.

Nach Mozarts Rückkehr nach Salzburg 1772 wurde er Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle und stand damit in den Diensten von Erzbischof Colloredo. Von ihm erhielt Mozart auch Kompositionsaufträge v.a. für katholische Kirchenmusik und das umfasste auch Messen.
Eine von ihnen ist die „Piccolomini-Messe“ für Soli, vierstimmigen gemischten Chor, Orchester und Basso continuo und diese möchten wir Ihnen am kommenden Sonntag gern vorstellen. Mozart komponierte die 1775 in Salzburg und mehr ist uns zu ihrer Entstehung auch nicht überliefert.
Die „Piccolomini-Messe“ gehört zur Gattung Missa brevis, d.h. sie ist relativ kurz. In der Praxis dauert sie ca. 15 bis 20 Minuten.
Ihr Charakter ist, durch den Einsatz von Trompeten, Pauken und Oboen, sehr feierlich.
Wir haben für Sie eine Aufnahme herausgesucht, die 1994 in Stainz in Österreich entstand. Es musizierte der Arnold-Schönberg-Chor zusammen mit dem Ensemble Concentus Musicus Wien. Die Solopartien übernahmen Barbara Bonney, Sopran, Elisabeth von Magnus, Alt, Herbert Lippert, Tenor, sowie Alastair Miles, Bass. Die Gesamtleitung hatte Nikolaus Harnoncourt.

Anschließend geht es weiter im Programm mit Mozarts Quartett in B-Dur für 2 Violinen, Viola und Violoncello, interpretiert vom Ensemble Quatuor Cambini-Paris. Und zum Abschluss gibt es die Ballettsuite Nr. 1 von Georg Joseph Vogler, der ein Zeitgenosse von Mozart war. Sie hören die London Mozart Players unter der Leitung von Matthias Bamert.

(Autorin: Laura Landmann, MDR Klassik DAB+)

Gern können Sie Live mithören. MDR KLASSIK Livestream