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Zum Programm der Sendung am 29. Mai,
13.05 - 14.00 Uhr:

Am ersten Sonntag nach Trinitatis werden in den Gottesdiensten die Propheten und Apostel thematisiert. Sie werden direkt von Gott ausgewählt und sollen seine Botschaft in die Welt tragen. Dabei treffen diese besonderen Menschen oft auf Widerstand. Aber nicht selten bringen die Propheten und Apostel auf die verschiedensten Weisen ihre Mitmenschen dazu, über ihren Glauben nachzudenken und sich auf ihn zu besinnen.

Mit dieser tiefgründigen Problematik wird am kommenden Sonntag in Leipzig der 100. Katholikentag beendet. Am Mittwoch ist seine Eröffnung und er steht unter dem Motto „Seht, da ist der Mensch“. Dieser Ausspruch ist im Johannesevangelium zu finden. Pontius Pilatus stellt mit den Worten den gefolterten und mit einer Dornenkrone gekrönten Jesus dem Volk Jerusalems vor.
Der Katholikentag ist eine mehrtägige Veranstaltung der römisch-katholischen Kirche, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat. In Deutschland fand er zum ersten Mal im Jahr 1848 in Mainz unter dem Namen „Generalversammlung des katholischen Vereins Deutschlands“ statt. Gründe für die Organisation waren u.a. die überaus erfolgreiche Ausstellung des heiligen Rocks in Trier 1844 – eine Million Pilger kamen in die Stadt am Rhein, um die Reliquie zu sehen – sowie die Unterdrückung der katholischen Bevölkerung durch die protestantische Regierung in Berlin.
Die Katholiken wollten sich mit ihrer „Generalversammlung“ für die Gleichberechtigung der christlichen Ausrichtungen in Deutschland einsetzen.
Das hat der Katholikentag auch geschafft, denn inzwischen ist er konfessionsübergreifend ausgerichtet. In Leipzig wird es ab Mittwoch sehr gut deutlich, denn das Programm umfasst z.B. ökumenische Gottesdienste und Diskussionsrunden zu Christentum, Judentum und Islam.

Außerdem werden viele Konzerte mit katholischer und evangelischer Kirchenmusik angeboten und an ihnen ist natürlich auch der Leipziger Thomanerchor beteiligt. Er wird im Rahmen des Katholikentages und gleichzeitig anlässlich des ersten Sonntags nach Trinitatis die Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ für Soli, Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach in der Thomaskirche Leipzig aufführen.
Die Kantate entstand 1724 in Leipzig und wurde im Juni des gleichen Jahres zum ersten Mal aufgeführt. Der Text stammt von dem evangelischen Prediger Johann Rist, der im 17. Jahrhundert v.a. in Norddeutschland wirkte.
Bei uns hören Sie am Sonntag eine Aufnahme von Bachs ca. 25-minütiger Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ mit dem Chor und dem Orchester der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen. Die Solopartien übernehmen der Altist Markus Forster, der Tenor Daniel Johannsen sowie der Bassist Wolf Matthias Friedrich. Die Leitung hat Rudolf Lutz.
Anschließend erklingt die Klaviersuite in g-Moll von Georg Friedrich Händel, interpretiert von Ragna Schirmer, und zum Abschluss gibt es einen Ausschnitt aus der Sinfonie in Es-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach. Es spielt das Amsterdam Baroque Orchestra unter der Leitung von Ton Koopman.

(Autorin: Laura Landmann, MDR Klassik DAB+)

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